VeranstaltungenRedaktionsstab beim Deutschen BundestagRedaktionsstab RechtsspracheWir über unsAktionenSprachberatungVornamenZweige (In-/Ausland)PublikationenPressePressemitteilungen16.12.11 | Wort des Jahres 201108.11.11 | Medienpreise 201227.10.11 | Konrad-Duden-Preis für GfdS-Vorstand15.09.11 | Ausschreibung »Medienpreis 2012«08.06.11 | Neuer Hauptvorstand03.03.11 | Vornamen 201017.12.10 | Wort des Jahres 201004.05.10 | Medienpreise 201011.03.10 | 100. Zweiggründung19.02.10 | Internationaler Tag der Muttersprache18.02.10 | Vornamen 200926.01.10 | Medienpreise 201018.12.09 | Wort des Jahres 200906.11.09 | Ausschreibung »Medienpreis 2010«17.03.09 | Redaktionsstab Rechtssprache eingerichtet27.02.09 | Vornamen 200821.02.09 | Tag der Muttersprache 200911.12.08 | Wort des Jahres 200826.10.08 | Internationales Symposion13.06.08 | Einstellung der Deutschen zur Sprache28.04.08 | Medienpreise 200821.02.08 | Tag der Muttersprache 200815.02.08 | Vornamen 200721.12.07 | Medienpreis für Sprachkultur 200807.12.07 | Wort des Jahres 200711.09.07 | GfdS übernimmt Vorsitz im Deutschen Sprachrat13.02.07 | Vornamen 200611.01.07 | 60 Jahre GfdS15.12.06 | Wort des Jahres 200614.10.06 | »Ausgewanderte Wörter«: Das Buch06.05.06 | Medienpreis für Sprachkultur 200606.05.06 | Rhomberg-Preis 200621.02.06 | Verständlichkeit von Rechtssprache10.02.06 | Vornamen 200516.12.05 | Wort des Jahres 2005PressespiegelFörderkreisLinksKontaktImpressum

Pressemitteilung vom 16. Dezember 2011

»Stresstest« zum Wort des Jahres 2011 gewählt



Fotos: © dule964, © ISO K° - photography - Fotolia.com; Montage: GfdS

1. Stresstest  
 
6. Burnout 
2. hebeln  
 
7. guttenbergen 
3. Arabellion  
 
8. Killersprossen 
4. Merkozy  
 
9. Ab jetzt wird geliefert! 
5. Fukushima  
 
10. Wir sind die 99 % 

Am 16. Dezember 2011 hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) die Wörter des Jahres bekannt gegeben. Bereits seit 1971 und somit im 40. Jahr kürt die GfdS Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise begleitet haben.

Aus einer Sammlung von etwa 3000 Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden wählte die Jury, die sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammensetzt, zehn Wörter, die die öffentliche Diskussion dominiert und dieses Jahr wesentlich geprägt haben.

Für die Auswahl der Wörter des Jahres entscheidend ist dabei nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz und Popularität: Die Liste trifft den sprachlichen Nerv des sich dem Ende neigenden Jahres und stellt auf ihre Weise einen sprachlichen Jahresrückblick dar. Als ein solcher Beitrag zur Zeitgeschichte sind die ausgewählten Wörter jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden.

Wort des Jahres 2011 ist Stresstest. Dieses Wort, ursprünglich aus der Humanmedizin stammend, begegnete im Laufe des Jahres auffällig oft. Es erwies sich dabei aus sprachlicher Sicht als äußerst produktiv und war in den verschiedensten Bereichen anzutreffen: Nicht nur Banken wurden auf ihre Belastbarkeit getestet, auch etwa das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21, die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg und deutsche Atomkraftwerke wurden Stresstests unterzogen. Diese Praxis und somit das Wort erlangten dadurch politische, wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Relevanz. So ist Stresstest mittlerweile als fester Bestandteil der Alltagssprache anzusehen.

Platz 2 belegt das Verb hebeln. In der derzeitigen europäischen Schuldenkrise erweiterte dieser Fachbegriff aus der Finanzbranche die Bedeutung des in der Allgemeinsprache bereits bekannten Worts und spiegelt das Bemühen um die finanzielle Rettung der Eurostaaten: Durch Erweiterung des Rettungsschirms um externes Kapital soll die Summe zur Rettung eines Landes vervielfältigt werden. Tatsächlich wird durch das Hebeln weniger Kraft, sprich Kapital, benötigt als beim Akt des Stemmens.

Das ganze Jahr über aktuell und sprachlich interessant ist die Arabellion auf Platz 3 als Oberbegriff für die zahlreichen Revolutionen und politischen Umwälzungen in den arabischen und nordafrikanischen Ländern.

Merkozy – prägnante Kurzbezeichnung für Angela Merkel und Nicolas Sarkozy – wählte die Jury auf Platz 4. Die Wortkreuzung kennzeichnet die exponierte Stellung und die weitgehende Einigkeit von Deutschland und Frankreich bei Entscheidungen zum Umgang mit der europäischen Finanzkrise.

Zu einem bedeutungsschweren Begriff wurde im Jahr 2011 Fukushima auf Position 5. Der Name des betroffenen Ortes wurde gleichsam zu einer Chiffre für das Atomunglück in Japan und drückt dessen gesamte Spannweite sowie die Folgen für die deutsche Energie- und Atompolitik aus.

Auf den 6. Rang wurde Burnout gewählt. Zwar ist das Wort und insbesondere die Krankheit schon seit längerem verbreitet, doch ist Burnout zunehmend als Ausdruck der Probleme unserer heutigen schnelllebigen Zeit zu verstehen und verbreitet sich als Begriff derzeit geradezu inflationär.

Seit sich herausstellte, dass es sich bei der Doktorarbeit des ehemaligen Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg in weiten Teilen um ein Plagiat handelt, ist das Verb guttenbergen, in der Liste auf Platz 7, als Synonym für abschreiben, abkupfern, plagiieren bekannt und längst nicht mehr nur auf das Vorgehen dieses Politikers zu beziehen.

Im Frühjahr sorgte der Darmkeim Ehec für Aufregung und Durcheinander bei der Suche nach seinem Hauptüberträger. Schließlich wurde er gefunden und die Bevölkerung fortan vor den schuldigen Killersprossen, auf Platz 8, gewarnt.

Als Philipp Rösler zum Vorsitzenden der FDP gewählt wurde, versprach er: »Ab jetzt wird geliefert!« In dieser Aussage wird ein neues Verständnis von Politik offenbar, zeitnah konkrete Lösungen zu Problemstellungen vorzulegen, und liefert uns den 9. Platz.

Abschließend wählte die Jury »Wir sind die 99 %« auf Position 10. Hiermit wird das Motto der weltweit auftretenden Occupy-Bewegung thematisiert, das auf die äußerst ungleiche Verteilung von Macht und Geld in der Weltbevölkerung aufmerksam machen soll.

[!] Suche

[!] Stellenausschreibung

Die Gesellschaft für deutsche Sprache schreibt die Stelle einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin/eines wissenschaftlichen Mitarbeiters aus.
[Stellenausschreibung anzeigen]

 

[!] Stellenausschreibung

Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden sucht ab sofort eine freie Mitarbeiterin/einen freien Mitarbeiter für die Bearbeitung einer Datenbank.
[Stellenausschreibung anzeigen]

[!] Nächste Termine

24.02.2012, 16 Uhr, Kiew
Dr. Lutz Kuntzsch, Wiesbaden
Konrad Duden und sein Beitrag zur Normierung der deutschen Schriftsprache

[mehr]

28.02.2012, 19.30 Uhr, Wiesbaden
Prof. Dr. Ines Busch-Lauer, Zwickau
Sprachpannen – Versprecher, Verhörer und Verschreiber

[mehr]



[!] Vornamenurkunde



Sie suchen ein individuelles Geschenk? Bei uns können Sie eine ausführliche Vornamenurkunde in eleganter Aufmachung erstellen lassen. [mehr]


[!] Wort des Jahres

Fanmeile, Bundeskanzlerin, der 11. September. Die Wörter des Jahres seit 1971

[!] GfdS-Publikationen