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Pressemitteilung vom 21. Februar 2008

Internationaler Tag der Muttersprache 2008
eröffnet das Internationale Jahr der Sprachen

Der seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangene Internationale Tag der Muttersprache wurde von der UNESCO zum Erhalt der sprachlichen und kulturellen Vielfalt und zur Förderung von Mehrsprachigkeit ins Leben gerufen. Die Aufmerksamkeit soll insbesondere auf Minderheitensprachen mit weniger als 10.000 Sprecherinnen und Sprechern gelenkt werden. Der diesjährige Gedenktag eröffnet gleichzeitig das Internationale Jahr der Sprachen, zu dem das Jahr 2008 von den Vereinten Nationen erklärt worden ist.

Das Wort Muttersprache, aus mittellateinisch lingua materna, womit die Sprache des nicht literarisch gebildeten Volkes im Gegensatz zur Bildungssprache Latein gemeint war, zuerst 1424 im Niederdeutschen belegt, bezeichnete die Sprache, in die ein Mensch hineingeboren wird, die ihm »angeboren« ist und in der er aufwächst. Neben Verbindungen wie mütterliche Zunge oder mütterliches Deutsch und über Zwischenformen wie (deiner) Mutter Sprache entwickelte sich im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts schließlich das zusammengesetzte Wort Muttersprache. Heute wird damit die Sprache bezeichnet, die jedes Kind als Erstsprache ohne formale Unterweisung ab dem Babyalter erwirbt.

Im Gegensatz zur Muttersprache ist im Deutschen vom Vaterland die Rede, wogegen sich der aus der Kolonialzeit stammende Begriff Mutterland nicht durchsetzen konnte. Letzterer wird lediglich zur Bezeichnung eines Landes verwendet, in dem etwas seinen Ursprung hat und von dort aus weite Verbreitung gefunden hat (z. B. England als Mutterland des Parlamentarismus). Während mit Mutterland die Vorstellung von Geburt und Nährung verbunden ist (vgl. auch Nation), geht der Ausdruck Vaterland als Lehnübertragung von lateinisch patria auf die Heimat, den vom Vater besessenen und ererbten Acker zurück. Mit der Ausbildung der deutschen Territorialstaaten entstand daneben auch der Gebrauch des Wortes in der Bedeutung des Einzelstaates, dem man angehört.

Ein weiterer Aktionstag, der die Sprachen in den Mittelpunkt stellt, ist der Europäische Tag der Sprachen am 26. September, der auf Initiative des Europarates im Europäischen Jahr der Sprachen 2001 eingeführt wurde und der das (lebenslange) Fremdsprachenlernen sowie die individuelle Mehrsprachigkeit zum Gegenstand hat.

 

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Prof. Dr. Rudolf Hoberg, Berlin
Sprache und Öffentlichkeit
Wie denken die Deutschen über ihre Muttersprache, über Fremdsprachen und über die Sprachsituation in Europa?


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15.03.2010, 17 Uhr, São Paulo
Prof. Dr. Winfried Ulrich, Kiel
Sprachspiel und Witz aus linguistischer Sicht

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