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Pressemitteilung vom 21. Februar 2009

Internationaler Tag der Muttersprache 2009

Jedes Jahr am 21. Februar wird der Internationale Tag der Muttersprache begangen. Dieser Aktionstag wurde von der UNESCO zum Erhalt der sprachlichen und kulturellen Vielfalt und zur Förderung von Mehrsprachigkeit ins Leben gerufen und sollte ursprünglich vor allem dem Schutz von Minderheitensprachen und bedrohten Sprachen dienen.

Die Vielfalt der weltweit und in Europa gesprochenen Muttersprachen gilt es zu bewahren und zu pflegen, denn Mehrsprachigkeit ist nicht nur das Schicksal, sondern vor allem der Reichtum, die »Trumpfkarte« Europas. So lautet auch die eindeutige Botschaft der Europäischen Kommission: »Englisch allein genügt nicht«.

Die Vielfältigkeit und Verschiedenartigkeit der Sprachen zeigt sich bereits in der Beobachtung, dass der Aufbau der Wörter bzw. Silben aus Vokalen und Konsonanten von Sprache zu Sprache variiert.

Die meisten deutschen Wörter haben mehr Konsonanten als Vokale, wie sich besonders deutlich in Wörtern wie Strand, bestehend aus fünf Konsonanten- und nur einem Vokalbuchstaben, oder Angstschweiß, mit neun Konsonanten- gegenüber drei Vokalbuchstaben, zeigt. Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele wie eineiig oder Seeaal.

Bisweilen findet der durch den Vokalreichtum bzw. die Vokalarmut einer Sprache entstehende subjektive Höreindruck Niederschlag in Äußerungen wie Deutsch oder slawische Sprachen (Russisch, Polnisch, Tschechisch etc.) klängen »hart«, etwa im Vergleich zu den »melodisch« klingenden romanischen Sprachen Französisch und Italienisch. Hinsichtlich der Anzahl an Vokalen und Konsonanten in Wörtern ist das Deutsche zwischen Sprachen wie dem Finnischen oder Italienischen einerseits und dem Tschechischen und anderen slawischen Sprachen andererseits angesiedelt.

Das italienische Wort aiuola (dt. »Beet«) weist fünf Vokalbuchstaben bei gerade mal einem Konsonantenbuchstaben auf, und das vokalreiche finnische Wort für »Eiscreme« jäätelö steht dem gleichbedeutenden konsonantenreichen tschechischen Wort zmrzlina gegenüber. Beispiele für Wörter ganz ohne Vokalbuchstaben im Tschechischen sind vlk (»Wolf«) und krk (»Hals«). Auf Satzebene sei für das Tschechische das –konstruierte– Beispiel Chrt pln skvrn zhltl hrst zrn (»Der Windhund voll von Flecken hat eine Handvoll Getreide verzehrt«) angeführt, das mit dem finnischen Sprichwort Kaikki kielet ovat yhtä vaikeita (»Alle Sprachen sind gleich schwer«) kontrastiert.

Mehrsprachigkeit werde zumindest im Europäischen Parlament stark ausgelebt, wie Rebecca West, Beraterin für Vielsprachigkeit im Europäischen Parlament, anlässlich des internationalen Symposions der Gesellschaft für deutsche Sprache in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat und dem Goethe-Institut Brüssel »English only? Was wird aus Deutsch und den anderen europäischen Sprachen?« am 6. und 7. November 2008 in Brüssel deutlich machte.

Zwar stellte die EU-Erweiterungsrunde von 2004 auch sprachlich eine große Herausforderung dar, stieg doch die Anzahl der verwendeten Sprachen dadurch rapide an. Für die Mehrsprachigkeit in Europa bestehe jedoch derzeit keine politische Gefahr, und ein »English only« werde es nicht geben.

 

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