Auflösungen älterer Preisaufgaben
Drei gleiche Konsonanten
(Preisaufgabe aus Heft 2/2007)
Eine große Resonanz fand unsere Preisaufgabe aus dem Heft 2/2007, in der wir unsere Leser/-innen baten, Wörter einzusenden, die drei gleiche Konsonanten enthalten. Anlass für diese Aufgabenstellung war, dass sich die Anzahl dieser Wörter durch die Neuregelung der Rechtschreibung stark vermehrt hat und wir alle in unserem sprachlichen Alltag verstärkt auf diese Bildungen stoßen. Die zahlreichen Einsendungen bestätigten das auf eindrucksvolle Art und Weise. Insgesamt erreichten die Redaktion fast sechshundert verschiedene Wörter mit drei gleichen Konsonanten.
Die beliebtesten (also am häufigsten genannten) waren das Betttuch, die Klemmmappe, das Krepppapier, der Rollladen, die Schlammmasse, der Schlusssatz, der Schwimmmeister und der Stofffetzen. Ganz an der Spitze lag mit zehn Nennungen der Kammmacher, und das, obwohl die Bildung sicher weniger geläufig ist als etwa Betttuch oder Rollladen. Über einen Grund für die Beliebtheit des Kammmachers kann nur spekuliert werden. Das hat Günter Vonhoff getan, der in seiner Einsendung schrieb, die Folge mmm spiegele optisch das Produkt, das Wort Kammmacher bringe sozusagen einen neunzinkigen Kamm gleich mit, eine schöne Erklärung, wie die Redaktion fand.
Manche Einsender/-innen begnügten sich nicht damit, Wörter mit drei gleichen Konsonanten zu sammeln, sondern stellten sich gleichsam eine zusätzliche Aufgabe in der Aufgabe. So stellte Katharina Harsdorf ein dreigängiges »Dreikonsonantenmenu« bestehend aus Steinbuttterrine, Presssack mit Fetttunke und einem Nusssoufflé zusammen. Gabi von Aleman verfasste einen Text, in dem 45 von insgesamt 200 Wörtern drei gleiche Konsonanten enthielten und der unter anderem von anschnalllustigen Autofahrern handelt, die unfalllastige Landstraßen auch dann nicht meiden müssen, wenn sie von einer Kabinetttagung kommen.
Andere Einsender/-innen widmeten sich der Dreifachkonsonanz mit besonderer Sammelleidenschaft, so etwa Albrecht Grimm, der das selbstgesteckte Ziel hatte, einhundert Beispiele zu finden und es mit der Zusammenstellung einer Liste von 107 Wörtern sogar übertroffen hat. Gleichfalls sehr umfangreiche Zusammenstellungen erreichten uns von Walter Mulitzke und Christian Stang.
Angesichts des großen Interesses soll in dieser Auflösung nun auch noch ein etwas systematischerer Blick auf die zahlreichen Beispiele geworfen werden unter der Fragestellung, welche Konsonanten wie häufig in Dreifachschreibung anzutreffen sind.
Bei der Auswertung fällt auf, dass bestimmte Konsonanten »im Dreierpack« nur sehr selten oder gar nicht vorkommen. So gab es nur je ein Beispiel für die Folge bbb und ggg, nämlich Schrubbbesen und Brigggeschwader. Der Grund dafür ist, dass es im Deutschen nur sehr wenige Wörter gibt, die auf die Doppelkonsonanten bb oder gg enden. Im Falle des Schrubbbesens ist es auch nur der Wortstamm schrubb-, der ja auch nicht alleine vorkommt, sondern nur in Ableitungen wie Schrubber oder Formen des Verbs schrubben.
Besonders selten tritt auch die Kombination von drei z hintereinander auf. Als Beispiele wurden lediglich drei Wörter eingesandt, Jazzzeit, Jazzzelt und Jazzzeremonie. Hier fällt auf, dass alle Zusammensetzungen das gleiche Erstglied Jazz aufweisen. Es ist kein Zufall, dass es sich damit um ein fremdsprachiges Wort handelt. Im Deutschen sind auf zz endende Wörter durch die Rechtschreibregelung ausgeschlossen. Während andere Konsonanten verdoppelt werden, um Kürze eines vorangehenden Vokals zu signalisieren (wie bei platt oder Stoff), gilt für z und k eine Sonderregelung. Im § 3 der amtlichen Regelung ist festgelegt, dass statt zz tz und statt kk ck zu schreiben ist. Diese Regelung gilt für alle deutschen Wörter, bei Fremdwörtern hingegen kann die Schreibung aus der Herkunftssprache übernommen werden, vergleiche Mokka, Sakko, Pizza, Razzia oder Skizze. Aus diesem Grund ist auch das Zusammentreffen von kkk und zzz im Deutschen nur in Ausnahmefällen möglich.
Nun aber zu den Konsonanten, die regelmäßig in Dreifachschreibung anzutreffen sind: Es handelt sich um f, l, m, n, p, r, s und t.
In den eingesandten Beispielen liegen nnn (24 mal), ppp (17 mal) und rrr (21 mal) von der Häufigkeit her ungefähr gleichauf.
Etwas häufiger tritt die Folge fff auf, die in unserer Rangliste mit 52 verschiedenen Worteinsendeungen den fünften Platz belegt. Das Paradebeispiel ist hier natürlich die Schifffahrt, das Wort, an dem sich im Zuge der Neuregelung die Gemüter erhitzten.
Die Plätze drei und vier der häufigsten Dreifachschreibungen belegen in den Einsendungen mmm (71 Beispielwörter) und ttt (98 Beispielwörter).
Eine bedeutend größere Anzahl von Beispielwörtern wurde für die Dreifachschreibung sss eingesandt, insgesamt 199 Belege. Der Grund dafür, dass durch die Neuregelung vor allem diese Dreifachschreibung so stark zugenommen hat, liegt auf der Hand: Betrachtet man die Erstglieder der Zusammensetzungen, findet man zum Beispiel Schluss (Schlusssatz, Abschlussseminar), Kuss (kussselig), Bass (Basssonate). Dies alles sind Fälle, in denen erst die Neuregelung der Rechtschreibung die Folge ss am Ende fordert. Früher endeten die betreffenden Wörter auf ß, und so kam es bei Zusammensetzungen mit einem mit s beginnenden Zweitglied in diesen Fällen schon deshalb nicht zu Dreifachschreibungen.
Überraschenderweise belegte in den Einsendungen jedoch lll den ersten Platz vor sss, wenn auch nur relativ knapp.
Übrigens erreichten uns auch einige Beispiele, in denen gleich zwei Dreifachschreibungen in einem Wort auftreten wie etwa der Lammmetttoast oder die Sauerstofffüllleitung, die natürlich über die Schreibweise hinaus schöne Beispiele sind für die fast grenzenlosen Möglichkeiten des Deutschen, zusammengesetzte Wörter zu bilden.
Allen Einsenderinnen und Einsendern danken wir herzlich für ihre Teilnahme. Über die Vergabe der Buchpreise hat das Los entschieden; freuen durften sich Regina Bergmann, Walter Mulitzke und Dr. Klaus-Peter Dieckmann.
