Auflösungen älterer Preisaufgaben
Wörter, die nicht im Duden stehen
(Preisaufgabe aus Heft 3/2008)
In Heft 3/2008 hatten wir unsere Leserinnen und Leser gebeten, nach Wörtern Ausschau zu halten, die der Rechtschreibduden nicht verzeichnet. Wie zu erwarten war, wurden die Teilnehmenden bei ihrer Suche fündig, und zwar nicht nur bei Fachvokabular, sondern bei ganz alltäglich anmutenden Wörtern. Darunter waren die Fahrscheinkontrolle (im Duden finden sich der Fahrschein und das Fahrscheinheft), das Frontoffice (obwohl das Gegenstück Backoffice aufgeführt ist), der Barfußpfad, das wohl noch zu neue Wickelvolontariat, aber auch gar nicht so neue Wörter wie Buschfunk und Trantüte. Mag man von manchem Einzelfall auch überrascht sein, so ist dennoch klar, dass ein einbändiges Wörterbuch niemals den gesamten Wortschatz einer Sprache enthalten kann. Kreativer Sprachgebrauch führt zur Bildung immer neuer Wörter, bei denen sich erst mit der Zeit herausstellt, ob sie Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch finden.
Einen interessanten Test unternahm Prof. Dr. Gerhard Augst: Er prüfte für eine Seite einer aktuellen Tageszeitung, wie viele Wörter nicht im Duden verzeichnet sind, und kam auf 65 Stichwörter. Allerdings, gab er zu Recht zu bedenken, müsse man sich auch fragen, wann und warum ein Wort als Stichwort in den Duden aufgenommen werden sollte.
Ganz in diesem Sinne ist auch die Preisaufgabe nicht als eine Art Mängelliste zu verstehen. Nicht nur neue Wörter können gar nicht vollständig in einem Wörterbuch verzeichnet sein, auch viele Zusammensetzungen müssen nicht aufgeführt werden, wenn sie regelhaft gebildet sind und man die einzelnen Bestandteile im Wörterbuch findet. Legt man dieses Kriterium zugrunde, verzeichnet der Duden, als reines Rechtschreibwörterbuch, nicht zu wenige, sondern zu viele Wörter (eine Bildung wie Tischbein wäre zum Beispiel verzichtbar). Dennoch erreichten uns viele Funde unserer Leserinnen und Leser, für die wir uns herzlich bedanken. Über die Buchpreise durften sich Reinhard Fey, Ursula Rockser und Henrik Swaton freuen.
