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Auflösungen älterer Preisaufgaben

Wortungetüme

(Preisaufgabe aus Heft 1/2008)

Im ersten Heft dieses Jahres hatten wir unsere Leserinnen und Leser aufgefordert, ihre Aufmerksamkeit einer bekannten Eigenheit des Deutschen zu schenken und sich auf die Suche nach langen Wörtern zu begeben. An solchen »Wortungetümen« herrscht im Deutschen wahrlich kein Mangel, und so erreichten uns im Rahmen dieser Preisaufgabe auch zahlreiche Vorschläge.

Fündig wird man dabei, wie Christian Stang feststellte, vor allem bei Gesetzen und Verordnungen. Mit dem Wort Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung fand er eine Zusammensetzung von 67 Buchstaben. Weitere schöne und lange Vorschläge waren etwa die Hauptrotorblattsputdifferenzlimitationsüberschreitung (aus einem Mängelbericht zu Bordhubschraubern) und der Eignungsfeststellungsprüfungsbedürftigkeitsprüfungsfragebogen. Die Tendenz zur Bildung langer Wörter besteht in der Regel vor allem bei Substantiven, ist aber nicht auf diese Wortart beschränkt. So fand Katharina Harsdorf mit steinkohlepechimprägniert auch ein Adjektiv von beachtlicher Länge. Interessant ist auch, dass einige Einsendungen keine Funde, sondern Eigenkreationen waren. So schrieb Günter Ahlers, ihm sei einmal das Wort Containerschiffsgrößenentwicklungsverhinderungsmaß »aus der Feder geflossen«, und legte das Dokument zum Beweis bei. Auch Dr. Peter Post schuf im Rahmen vieler bestehender Bandwurmwörter im Bereich der Regelungen zur gesetzlichen Krankenversicherung kurzerhand die Bildung Kassenrabattvertragsarznei- mittelnichtverfügbarkeitskennzeichnungsfehlerberichtigungsermächtigung.

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Beiträge. Über die Vergabe der Buchpreise hat das Los entschieden. Freuen durften sich Günter Ahlers, Dr. Peter Post und Antje Trettau.

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