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Muttersprache 1/2009

Abstracts der im Heft enthaltenen Aufsätze

Birte Kellermeier-Rehbein: Dressiersack, Bärendreck und Topfenkolatsche. Wortbildungsvarianten in den Standardvarietäten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz

Wortbildungen sind in den Standardvarietäten des Deutschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht immer einheitlich. Im Folgenden werden Wortbildungsvarianten definiert und morphologisch untersucht. Dadurch kann gezeigt werden, dass die Variation auf der Wahl unterschiedlicher Bildungsverfahren oder -mittel beruht und drei Typen von Wortbildungsvarianten zu unterscheiden sind: gleichartige und ungleichartige Wortbildungsvarianten sowie isolierte Wortbildungsprodukte. Der Text illustriert die Variation anhand vielfältiger Beispiele.

Within the standard varieties of the German language, word formation processes are not always identical in Germany, Austria and Switzerland. The following study gives a definition of word formation variants and explores their morphological structure. It will become evident that variation is caused by the choice of differing word formation patterns or morphemes and that three types of word formation variants can be distinguished: homogeneous and heterogeneous word formation variants as well as isolated word formation results. Numerous examples are presented to illustrate the variation.

Anneleen Vanden Boer: Die Position der deutschsprachigen Minderheit im belgischen gemeinschaftlichen Rahmen – erste Befunde

Seit seiner Gründung 1830 beherbergt der belgische Staat deutschsprachige Minderheiten. Auch wenn die deutsche Sprache meistens im Schatten der beiden anderen Landessprachen – Französisch und Niederländisch – steht, hat sie ihre Spuren in der belgischen (politischen) Landschaft hinterlassen.

Ich beabsichtige mit meiner Forschung die Position der deutschsprachigen Minderheiten im belgischen gemeinschaftlichen Rahmen zu bestimmen und den Gebrauch der deutschen Sprache in der belgischen Verwaltung zu untersuchen. Im Rahmen dieses Beitrags wird der historische, geographische und (sprach)politische Hintergrund der deutschsprachigen Minderheiten beschrieben. Ausgehend von dieser Analyse werden anschließend die Erfordernisse für den weiteren Verlauf des Forschungsprojektes auseinandergesetzt.

Since the foundation of the Belgian state in 1830 German speaking minorities are living in Belgium. Even though the other two vernacular languages – French and Dutch – mostly tend to eclipse the German language, the latter managed to leave marks in the Belgian political landscape.

Within my research project I aim at defining the position of the German speaking minorities in the Belgian community framework and at studying the use of German by the Belgian authorities.

As part of this contribution, the historical, geographical and (language-)political background of the German minorities in Belgium are described. Furthermore, I explain the needs for further investigation, taking this analysis as a starting-point.

Sevinç Hatipoġlu: Sprachkompetenz als elementare Dimension der Ausbildung von Fremdsprachenlehrern: Selbstbewertungen der Lehramtsanwärter für Deutsch

Zweifelsohne stellt die Sprachkompetenz eine der wesentlichen Dimensionen des Ausbildungsprozesses von Fremdsprachenlehrern im Allgemeinen und Deutschlehrern im Besonderen dar. Ausgehend von der Annahme, dass Lehrer als Sprachvorbilder für ihre Schüler fungieren müssen, geht es in dem Artikel darum, das Augenmerk auf die Sprachkompetenz der angehenden türkischen Deutschlehrer zu richten, um eine umfassende Darstellung des Potentials der sprachlichen Kompetenzen der zukünftigen Deutschlehrer in der Türkei aufzeigen zu können. Hierbei geht es insbesondere darum, die Sprachkompetenz aus der Perspektive der Adressatengruppe zu analysieren, weil die Erwartungen und Veränderungen der Eigenschaften der Adressatengruppe konkrete Auswirkungen auf die Gestaltung und Durchführung von Lehrprogrammen haben und Neugestaltungen unentbehrlich machen.

Zu diesem Zwecke wurde im Studienjahr 2006/2007 an der Abteilung für Deutschlehrerausbildung der Hasan Ali Yücel Pädagogischen Fakultät der Istanbul Universität eine Umfrage durchgeführt. Insgesamt haben 124 Studierende, alle mit Migrationshintergrund, aus allen vier Studienjahrgängen an der Umfrage teilgenommen.

Der Artikel stellt die Auswertung der Daten dar, um somit Einblicke in die sprachliche Welt der türkischen Deutschlehrerstudierenden zu erhalten und zu eventuellen Evaluationen, Revisionen und Optimierungen im Ausbildungsprozess der türkischen Deutschlehrer anzuregen.

Linguistic competence undoubtedly represents one of the substantial dimensions of the training process of foreign language teachers in general and of German teachers in particular.

In accordance with the belief that teachers must function as language models for their pupils, this article investigates the attention paid to the linguistic competence in the education of Turkish teachers of German in an effort to point to a comprehensive representation of the potential linguistic competence of the future teachers of German in Turkey.

The study, therefore, analyzes in particular language competence from the perspective of the target group, because expectations and changes of the characteristics of the target group have concrete effects on the organization and execution of education programs, making alterations and reorganizations indispensable.

For this purpose, a research was conducted in the academic year 2006/2007 at the department for German Language Teaching of Hasan Ali Yücel Faculty of Education of Istanbul University. A total of 124 students from different grades, all from migrated family backgrounds, participated in the research. Evaluation of the data collected in the research is presented in the article in order to discuss and explore possible revisions and optimizations to be made in the process of training the Turkish prospective teachers of German.

Uwe Hinrichs: Sprachwandel oder Sprachverfall? Zur aktuellen Forschungssituation im Deutschen

Der Kurzartikel umreißt die aktuelle Forschungslage zum Sprachwandel in der deutschen gesprochenen Umgangssprache. Es wird kritisiert, dass der Sprachkontakt des Deutschen mit Migrantensprachen und die entstehenden Mehrsprachigkeiten nicht zur Erklärung des aktuellen Sprachwandels genutzt werden. Anhand des neuen Buches von Markus Denkler et alii: Frischwärts und unkaputtbar. Sprachverfall oder Sprachwandel im Deutschen. Münster 2008 werden die Sprachwandelphänomene diskutiert (Kasusverfall, Analytismus, Non-Kohärenz etc.). Es wird empfohlen, zur Erklärung des aktuellen Wandels auch andere linguistische Disziplinen zu berücksichtigen wie Balkanlinguistik oder Kontaktlinguistik.

This short article discusses current investigations of language change in modern colloquial German. It criticizes the fact that the contact of the German language with many languages of different groups of immigrants and the arising multilingualism is not being used for the explanation of the actual changes. With regard to the book of Markus Denkler et alii: Frischwärts und unkaputtbar. Sprachverfall oder Sprachwandel im Deutschen. Münster 2008, some phenomena of language change are discussed (such as: reduction of morphological case-marking, analyticity, phenomena of non-coherence etc.). In the future it might be useful to investigate the German language change also in field studies and, moreover, in the light of contact linguistics, Balkan linguistics and other disciplines, too.

Dursun Zengin: Geschlechtsspezifik von deutschen und türkischen Vornamen

Den Untersuchungsgegenstand dieser kontrastiven Studie bildet die Geschlechtsspezifik der deutschen und türkischen Vornamen. So werden zuerst die geschlechtsspezifischen Merkmale der deutschen und dann die der türkischen Vornamen anhand von Beispielen behandelt. Die Geschlechtsspezifik, die sowohl unter den deutschen als auch unter den türkischen Vornamen nachzuweisen ist, ist im Unterschied zum Türkischen für das Deutsche gesetzlich festgelegt. Im Türkischen ist die geschlechtsspezifische Differenzierung der Vornamen nur wenig ausgeprägt. Zum Schluss werden die wichtigsten geschlechtsspezifischen Merkmale der deutschen und türkischen Vornamen kontrastiv bewertet. Daher versteht sich diese Studie als ein Beitrag zur kontrastiven Namenforschung.

This comparative study deals with the gender issue in Turkish and German names. In this context, firstly I will focus on the characteristics related to gender in German names, then in Turkish names. There are some characteristics related to gender in both languages. In German names gender is determined by law. On the other hand, in Turkish names there is not such a certainty. At the end of the study I will evaluate the names in both languages comparatively. Therefore, this is a study of comparative onomastics.

Paloma Sánchez Hernández: Über die suffixoidale Funktion bestimmter Personennamen

Diese Studie beschäftigt sich mit der Analyse bestimmter Personennamen, die im Deutschen nicht mehr nur als Eigennamen auftreten, sondern in bestimmten Verwendungen den Status von Gattungsnamen besitzen. In meinem Beitrag soll weiterhin die Beziehung zwischen solchen Gattungsnamen und den Suffixoidbildungen analysiert werden. Ich habe versucht, den Sonderstatus dieser deutschen Substantive den Personennamen gegenüber aufzuzeigen und ihre Funktion und ihren Gebrauch zu erforschen.

This is a study about some German nouns which have ceased to function solely as proper names. They are currently also used as common nouns and not to design a specific person. I will analyse the relation betwTeen this type of constructions and the semi-suffixes in German. This contribution tries to explain the special status of these nouns as opposed to the proper names and, besides, to clarify their function and use.

Rezensionen

Sandro M. Moraldo (Hg.): Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit. Zur Anglizismendiskussion in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien
Rezensiert von Jürgen Spitzmüller

Michael Beißwenger: Sprachhandlungskoordination in der Chat-Kommunikation
Rezensiert von Netaya Lotze

Eva Neuland: Jugendsprache. Eine Einführung
Rezensiert von Margot Heinemann

Manfred W. Hellmann/Marianne Schröder (Hgg.): Sprache und Kommunikation in Deutschland Ost und West
Rezensiert von Burkhard Schaeder

Manfred W. Hellmann: Das einigende Band? Beiträge zum sprachlichen Ost-West-Problem im geteilten und im wiedervereinigten Deutschland
Rezensiert von Burkhard Schaeder

Vom Wort zum Text. Studien zur deutschen Sprache und Kultur. Festschrift für Professor Józef Wiktorowicz zum 65. Geburtstag. Herausgegeben von Waldemar Czachur und Marta Czyżewska
Rezensiert von Danuta Frączyk

Deutsches Fremdwörterbuch. Begonnen von Hans Schulz, fortgeführt von Otto Basler. 2. Auflage, völlig neu bearbeitet im Institut für Deutsche Sprache. Band 6: Gag – Gynäkologie
Rezensiert von Gerhard Müller

 

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11.08.2010, 19 Uhr, Windhoek
Prof. Dr. Ulrich Ammon, Duisburg
Das Welt-Sprachensystem und die internationale Stellung der deutschen Sprache

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30.09.2010, 18.30 Uhr, Luxemburg
Prof. Dr. Jeroen Darquennes, Namur
Europäische Sprachenpolitik: Herausforderungen in- und außerhalb des europäischen Raums

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