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Fragen und Antworten

[?] Aus aktuellem Anlass erhielten wir gleich mehrfach die Anfrage aus dem In- und Ausland, wie die Jahreszahl 2010 im Deutschen ausgesprochen wird, also welche Variante üblicherweise gewählt wird.

[!] Es ist aufschlussreich zu beobachten, wie die Sprachgemeinschaft mit dieser Formulierung umgeht. Die meisten Sprecherinnen und Sprecher haben damit offenbar keine Probleme, denn häufig ist [zweitausendzehn] zu hören. Die Sportfreunde Stiller, eine deutsche Musikgruppe aus Germering bei München, singen es in ihrer Fußballhymne mit Blick auf die Weltmeisterschaft in diesem Jahr ebenso. Eine Variante mit »und« also [zweitausendundzehn] ist gelegentlich zu hören.

Der Duden-Band 9, Richtiges und gutes Deutsch, 6. Auflage, Mannheim 2007, S. 489, vermerkt hierzu: »Die Jahreszahlen von 1100 bis 1999 werden nach Hundertern zusammengefasst. Man sagt also für 1997 neunzehnhundertsiebenundneunzig (nicht: [ein]tausend-neunhundertsiebenundneunzig). Die Jahreszahlen ab 2000 werden dagegen nach Tausendern zusammengefasst. Man sagt also für 2007 zweitausend[und]sieben

Nicht unerwähnt sollte aber bleiben, dass es auch Einzelbelege für die Aussprache [zwanzigzehn] gibt. Hier können Aussprachetraditionen wirken oder ein Muster aus der jüngeren Geschichte: Als Kanzler Schröder am 14. März 2003 das Reformprogramm »Agenda 2010« nannte, war ein geeigneter Name geboren. Die ergänzende Ziffer war anfangs wie die Erweiterungen Agenda 2015, Agenda 2030 usw. als vorwärts weisende Jahreszahl [zweitausendzehn] gedacht, wurde dann aber formal in der Regel als [zwanzigzehn] gesprochen.

Ein Blick in andere Sprachen verrät Interessantes: sowohl im Englischen als auch im Russischen zum Beispiel wird ebenfalls die Variante mit »tausend« verwendet. Allerdings war dies in slawischen Sprachen auch schon im letzten Jahrhundert in dieser Variante üblich.

So darf man gespannt sein, was die Sprachentwicklung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten diesbezüglich bringt.

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11.08.2010, 19 Uhr, Windhoek
Prof. Dr. Ulrich Ammon, Duisburg
Das Welt-Sprachensystem und die internationale Stellung der deutschen Sprache

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30.09.2010, 18.30 Uhr, Luxemburg
Prof. Dr. Jeroen Darquennes, Namur
Europäische Sprachenpolitik: Herausforderungen in- und außerhalb des europäischen Raums

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