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Fragen und Antworten

[?] In der Sendung »Wie schlau ist Deutschland?« am 5. April 2007 im ZDF behauptete der Moderator, Herr Johannes B. Kerner, das Wort Gründonnerstag sei abgeleitet von dem Wort grînen, greinen ›weinen, klagen‹. Können Sie diese Deutung bestätigen?

[!] Nein. Die Herleitung des Wortes Gründonnerstag von grînen, greinen ist in keinem ernst zu nehmenden deutschen Wörterbuch zu finden, weder im »Deutschen Wörterbuch« der Brüder Grimm noch im »Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache« von Kluge/Seebold noch in der neuesten (30.) Auflage der »Brockhaus-Enzyklopädie«. Laut Kluge/Seebold (24. Aufl., Berlin u. New York 2002, S. 376) ist die Herkunft der seit dem 15. Jahrhundert belegten Zusammensetzung nicht geklärt. Voraus geht die Wendung der grüene donerstac (13. Jh.). Das Wort grün, lateinisch viridis, ist »vom 14. bis 16. Jh. vereinzelt in kirchlichem Sprachgebrauch in Anlehnung an grün in der Bedeutung ›frisch‹ als ›erneuert, sündlos‹ belegt; vgl. hierzu auch die Bezeichnung Antlaßtag ›Tag des Erlasses (der Sünden und Kirchenstrafen), des Ablasses‹.« Dies erscheint uns als die einleuchtendste Erklärung für den Namen des Tages vor Karfreitag, dem eigentlichen Tag der Klage.

 

Schlagworte: Etymologie, Feiertage, Ostern, Sprachwandel

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