VeranstaltungenRedaktionsstab beim Deutschen BundestagRedaktionsstab RechtsspracheWir über unsAktionenSprachberatungSprachhilfe, Textprüfung und KorrektoratFragen und AntwortenÜbersichtsseiteFamiliennamenVornamenZweige (In-/Ausland)PublikationenPresseFörderkreisLinksKontaktImpressum

Fragen und Antworten

[?] In der gesprochenen Sprache, vor allem auch in Fernsehsendungen oder Filmen, höre ich oft den Ausdruck »ich bräuchte«. Ist dies die richtige Konjunktivform des Verbs brauchen?

[!] Der Modus Konjunktiv kann neben dem Modus Indikativ mit jedem finiten Verb gebildet werden. Im Gegensatz zu den Zeitformen im Indikativ drückt der Konjunktiv jedoch eher einen Zustand aus, der nicht als sicher angenommen werden kann. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei Konjunktivformen. Liegt die Hauptfunktion des Konjunktivs I in der Bezeichnung der indirekten Rede (»Er sagte, er habe den Text nicht gelesen.«), so markiert der Konjunktiv II vor allem Irreales, nicht Vorstellbares oder (noch) nicht Gegebenes (»Ich hätte gerne mehr Zeit für mich.«). Diese Situation ist momentan nicht real, kann aber für die Zukunft nicht vollständig ausgeschlossen werden. In der gesprochenen Sprache hat sich die Verwendung von würde + Infinitiv anstelle des Konjunktivs I und II durchgesetzt. Darüber hinaus verwendet man den Konjunktiv II in der indirekten Rede dann, wenn Formen des Konjunktivs I gleichlautend zu anderen Verbformen sind und damit missverständlich sein können. Ein Beispiel: »Sie sagten, sie hätten (haben) keine Angst.«

Bei schwachen Verben wird der Konjunktiv II ohne Umlaut gebildet, eine Unterscheidung des Indikativ Präteritum vom Konjunktiv II ist bei regelmäßigen schwachen Verben deshalb nicht möglich.

Tatsächlich lautet der Konjunktiv II des Verbs brauchen also brauchte. Da hier eine Verwechslungsgefahr mit der gleichlautenden Präteritumform brauchte besteht (»Ich brauchte einen Kugelschreiber.«), hat sich umgangssprachlich die Verdeutlichung des konjunktivischen Gebrauchs durch Umlautbildung durchgesetzt (»Ich bräuchte einen Kugelschreiber.«). Diese Variante wird jedoch nicht als standardsprachlich betrachtet. (Vgl. Duden »Richtiges und gutes Deutsch«, S. 186, 578; Duden »Die Grammatik«, S.442, 542; Helbig/Buscha, »Deutsche Grammatik«, S. 188 ff.)

[!] Suche

[!] Nächste Termine

22.05.2012, 19 Uhr, Pfalz
Benjamin Dorn, Wiesbaden/Mainz
Sprache und Wein
haben vieles gemein?
Zwei Kulturgüter im Vergleich
Mit einer Textauswahl zum Wein in der deutschen Literatur


[mehr]

23.05.2012, 18 Uhr, Freiburg
Prof. Dr. Uta Quasthoff, Dortmund
‚Von der Wiege bis zur Bahre ...’ Vom Umgang mehrsprachiger und einsprachiger Menschen aus benachteiligten Milieus mit den (schrift-) sprachlichen Anforderungen von Behördenkommunikation

[mehr]



[!] Vornamenurkunde



Sie suchen ein individuelles Geschenk? Bei uns können Sie eine ausführliche Vornamenurkunde in eleganter Aufmachung erstellen lassen. [mehr]