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Fragen und Antworten

[?] In dem Roman »Exerzierplatz« von Siegfried Lenz (1985) kommt ein Wort vor, das ich noch nie gehört habe und das mir auch unerklärlich ist. Ein älterer Mann, der »Chef«, nennt den Jungen Bruno einmal Lachodder. Mit Lachen scheint es nichts zu tun zu haben.

[!] Der »Chef« kommt ja aus Ostpreußen, und an dieser Stelle wird von Lenz (der selbst dort geboren wurde) ein preußisches bzw. ostpreußisches Dialektwort gebraucht. Lachodder oder, nach anderer Lautung, Lachudder wird im Preußischen Wörterbuch von E. Riemann/U. Tolksdorf (Band 3, 1989) verzeichnet im Sinne von ›Straßenjunge, Herumtreiber, Mensch mit zerlumpter, unordentlicher Kleidung; langer Mensch mit schlechter Körperhaltung‹. Genannt werden auch das entsprechende Adjektiv lachudderig (›unordentlich, zerlumpt, liederlich, verwahrlost‹) und das Verb lachuddern (›langsam, nachlässig gehen‹).

Das ältere Lexikon Die Königsberger Mundart von Bruno Beicke (1924) kennt Lachudder im Sinne von ›Lümmel‹, und für das Brandenburg-Berlinische Wörterbuch (Band 3, 1994) ist es ein ›durchtriebener Kerl‹. Private Internetseiten vermerken Lachodder/Lachudder als ›Lump‹ (Ostpreußisch), aber auch als ›große schlanke Person‹ (Danziger Mundart, auch langes Lachodder). Es gibt also – wie oft bei dialektalen oder umgangssprachlichen Wörtern – regionale Abweichungen.

Eine nähere Erklärung bzw. etymologische Deutung des Ausdrucks findet sich leider nirgendwo vermerkt; für diesmal müssen wir es bei diesen Angaben bewenden lassen.

 

Schlagworte: Dialekt, Mundart

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