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Fragen und Antworten

[?] Ostern ist schon längere Zeit vorbei, aber während der Feiertage habe ich über das Wort Ostern nachgedacht. Ich habe gelesen, dass es auf Ostara, den Namen einer germanischen Göttin des Frühlings und der Morgenröte, zurückgehen soll. Stimmt das, oder gibt es auch eine andere Erklärung?

[!] Die Herkunft des Wortes Ostern, englisch Easter, ist noch immer umstritten; in den Wörterbüchern und etymologischen Lexika findet man ungesicherte und nur vermutungsweise geäußerte Angaben. Eine germanische Göttin Ostara hat es aber, da ist man sich heute einig, nie gegeben, und die bei dem angelsächsischen Historiker und Theologen Beda (7./8. Jh. n. Ch.) genannte Göttin Eastre, deren Namen man mit ›Osten, Tagesanbruch, Morgenröte‹ in Verbindung gebracht hat, wird sonst nirgends erwähnt. (Schon im Deutschen Wörterbuch, Bd. 7, 1889, heißt es: »auf diese ags. Eostre, die vielleicht nur eine erfindung BEDAS ist [...], stützt sich die gemutmaszte deutsche frühlingsgöttin Ôstarâ, deren fest in dem nach ihr benannten april gefeiert und dann für das christliche auferstehungsfest angewandt worden sein soll.« (Vgl. auch Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Aufl., bearb. von Elmar Seebold, Berlin/New York 2002, S. 672; hier werden einige Deutungsversuche zusammengetragen.)

Einen neuen und bedenkenswerten Erklärungsansatz hat zuletzt Jürgen Udolph vorgelegt (»Ostern. Geschichte eines Wortes«, Heidelberg 1999 = Indogermanische Bibliothek, 3. Reihe, Bd. 20). Er verweist auf eine nordgermanische Wortfamilie, die sprachlich zu Ostern passt: Altnordisch ausa meint ›Wasser ausschöpfen, gießen‹, austr ›das Begießen‹, und eine heidnische Form der Taufe samt Namengebung der Neugeborenen wurde als vatni ausa ›mit Wasser begießen‹ bezeichnet. Da dieser Vorgang auch ein wesentlicher Bestandteil der christlichen Taufe ist und die Taufe das zentrale Ereignis des christlichen Osterfestes in den ersten Jahrzehnten n. Chr. war, konnte seine Bezeichnung auf dieses Fest übertragen werden.

Die Mehrzahlform Ostern (zu/an Ostern, Fröhliche Ostern!) erklärt sich entweder aus dem rituellen dreimaligen Begießen (im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes) oder vielleicht auch aus den damaligen Massentaufen.

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