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Fragen und Antworten

[?] Woher kommt denn die Wendung schwitzen wie ein Schwein? Welche Erklärung haben Sie?

[!] Schweinezüchter und -halter wissen: Transpirieren durch die Haut – wie wir Menschen – können Schweine nicht. Wenn es ihnen zu heiß wird, legen sie sich faul in den Schatten oder noch besser in eine feuchte Suhle.

Das Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten von Lutz Röhrich (1991) informiert darüber, dass die umgangssprachlichen Vergleiche bluten wie ein Schwein und schwitzen wie ein Schwein der Steigerung des Ausdrucks dienen und darauf zurückzuführen sind, dass dieses früher überall zu beobachtende Haustier beim Schlachten stark blutet und im Brühkessel auch zu schwitzen scheint.

Befragt man das Etymologische Wörterbuch des Deutschen von Wolfgang Pfeifer (1989), so erfährt man, dass im Altnordischen sveiti ›Schweiß‹ und ›Blut‹ bedeutete. In manchen germanischen Sprachstufen gibt es für das Verb schwitzen ähnliche Formen in der Bedeutung ›quellendes Blut‹ (von Tieren). Das Substantiv Schweiß war als tabuierende (nicht direkt genannte) Umschreibung zu verstehen. Die Jägersprache hat diese Gleichsetzung von Schweiß und Blut bis heute bewahrt. Ein Jagdleiter kann z. B. sagen: »Das angeschossene Tier schweißte stark. Thor, mein Schweißhund, hat es gesucht und gestellt.«

Auch in der Redewendung Blut und Wasser schwitzen (›in einer schwierigen Situation Angst vor dem unsicheren Ausgang haben‹) ist die alte Bedeutungsgleichheit noch erkennbar. Möglicherweise hat der Gleichklang der Anlaute in den betonten Silben der Wendung schwitzen wie ein Schwein (ein Stabreim) dazu beigetragen, dass sie im gesprochenen Deutsch lebendig geblieben ist.

 

Schlagworte: Etymologie, Fachsprache, Phraseologie

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