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Internationales Symposion

»English only? Was wird aus Deutsch und den anderen europäischen Sprachen?«

Podiumsdiskussion

Die den ersten Veranstaltungstag abschließende Podiumsdiskussion zum Tagungsthema wurde von der Leiterin des Goethe-Instituts Brüssel Margareta Hauschild moderiert. Die beiden Diskutanten Prof. Dr. Ulrich Ammon, Universität Duisburg-Essen, und Jacques De Decker, Ständiger Sekretär der Académie royale de langue et de littérature françaises de Belgique, hielten zunächst kurze Impulsvorträge mit kontroversen Thesen und diskutierten diese dann unter reger Beteiligung des Publikums.



V. l. n. r.: Prof. Dr. Ulrich Ammon, Universität Duisburg-Essen, Margareta Hauschild, Leiterin des Goethe-Instituts Brüssel, Jacques De Decker, Académie roayle de langue et de littérature françaises de Belgique; Foto: Jürgen Eichhoff

Zur Ausgangsfrage »Mehrsprachigkeit: Brücke oder Hindernis für Europa?« stellte Prof. Ammon einleitend zehn Grundthesen vor. Die EU sei Vorreiterin bei der Verbreitung des Englischen als Lingua franca und die EU-Mitgliedsstaaten leisteten der Durchsetzung des Englischen als gemeinsamer Lingua franca durch ihre Schulcurricula Vorschub. Am härtesten treffe der Vorrang des Englischen die übrigen traditionellen Fremdsprachen Französisch und Deutsch, wodurch die betroffenen Länder zum Teil (unterschiedlich stark) frustriert seien.

Ist auch das Deutsche unter den EU-Bürgern bislang noch die am zweithäufigsten gesprochene Fremdsprache, so sind doch die Zahlen rückläufig, gerade auch in traditionellen Hochburgen wie Osteuropa. In den EU-Institutionen spiele die deutsche Sprache eine »geradezu jämmerliche Rolle«, jedenfalls im Verhältnis zu ihrer Verbreitung in der Bevölkerung der EU. Ihre Rolle lasse sich jedoch nur sehr schwer verbessern, da der Aufwand und die Widerstände enorm seien. Die Zwänge in Richtung einer einzigen Lingua franca seien erdrückend, wobei Englisch aufgrund seiner etablierten Stellung in der Welt die einzig praktikable Möglichkeit darstelle. Auch das Kommissariat Orban sei dagegen ziemlich machtlos.

Ein Hemmfaktor für die Motivation zum Erlernen von Fremdsprachen sei der herrschende Eindruck der kommunikativen Überflüssigkeit anderer Sprachen als Englisch. Dieser Entwicklung solle die Sprachenpolitik der EU entgegenwirken, wenn das Ziel Mehrsprachigkeit (statt nur Zweisprachigkeit Muttersprache + Englisch) für die EU-Bürger ernst gemeint sei. Dazu sei es notwendig, das Fremdsprachenlernen in der EU auf die traditionellen großen Fremdsprachen (außer Englisch, das ein Selbstläufer ist) zu konzentrieren und gezielt zu fördern. Dagegen sei es unrealistisch, gleichzeitig auch die kleinen Sprachen als Fremdsprachen fördern zu wollen. Dieses Bemühen schwäche aber – durch aussichtslose, aber aufzehrende Konkurrenz – die traditionellen Fremdsprachen. Die kleinen Sprachen sollten allerdings jeweils im eigenen Land gefördert und stabilisiert werden, vor allem durch finanzielle und sonstige Unterstützung bei der Herstellung von Texten (belletristische, für den Unterricht und die Medien).

Der Schriftsteller, Dramatiker und Essayist Jacques De Decker stellte zunächst die Vorschläge der Intellektuellengruppe für den interkulturellen Dialog unter dem Vorsitz von Amin Maalouf von Januar dieses Jahres vor. Hintergrund sei die Überzeugung, dass eine Sprache für eine bestimmte Weltsicht stehe, gleich einer Brille, durch die man die Welt wahrnimmt, und dass eine »Einheitssprache« die Gefahr einer einheitlichen Denkweise mit sich bringe. Die hochrangige Gruppe der im Kulturbereich tätigen Personen sollte eine Antwort auf die Frage nach der Bedrohung durch eine Einheitssprache finden.

Kernpunkt des Berichts sei die Idee, die EU-Bürgerinnen und -Bürger sollen zur Stärkung der Mehrsprachigkeit und des interkulturellen Dialogs eine »persönliche Adoptivsprache« wählen, mit der sich die Betreffenden aus persönlichen oder beruflichen Gründen identifizieren. Diese sollen sie zusätzlich zur Muttersprache und auch zu den verbreiteten Fremdsprachen erlernen, sozusagen als »zweite Muttersprache«. Im Falle De Deckers waren dies die skandinavischen Sprachen, die der Schriftsteller im Rahmen seiner germanistischen Ausbildung aufgrund seiner Passion für das skandinavische Theater (Strindberg, Ibsen) erlernen wollte. Ziel dieses emotional begründeten Modells sei es, auf diese Weise möglichst viele Sprachgemeinschaften der EU miteinander bilateral zu verbinden (die Vorschläge der Intellektuellengruppe können online eingesehen werden). [weiter …]

 

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Dr. Stephan Walter, Germersheim
Bildungsfrühling, Bologna-Prozess und Europäischer Referenzrahmen. Aktuelle Lexik und die Möglichkeiten ihrer Übersetzung.

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Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener, Leipzig
Die Sprache des aktuellen Rechtsextremismus

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Das Symposion wurde veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat und dem Goethe-Institut Brüssel

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