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Internationales Symposion

»English only? Was wird aus Deutsch und den anderen europäischen Sprachen?«

Podiumsdiskussion



V. l. n. r.: Prof. Dr. Rainer Wimmer, Universität Trier, Dr. Markus Nussbaumer, Leiter Zentrale Sprachdienste, Bundeskanzlei Bern, Stephanie Thieme, Leiterin des Redaktionsstabs der GfdS beim Deutschen Bundestag, Prof. Dr. Jan Iluk, Uniwersytet Śląski w Katowicach/Schlesische Universität Katiwce, Prof. Dr. Karin M. Eichhoff-Cyrus, Geschäftsführerin der GfdS; Foto: TS


Die Podiumsdiskussion der Sektion II begann mit kurzen Impulsreferaten von vier Experten der Rechtssprache. Prof. Dr. Jan Iluk von der Uniwersytet Śląski w Katowicach/Schlesischen Universität Katowice, Polen, sprach über die Vermittlung der deutschen Rechtssprache. Er zog ein ernüchterndes Fazit angesichts des verfügbaren Angebotes zum Erlernen der deutschen Rechtssprache und stieß eine Diskussion darüber an, was diesbezüglich getan werden könne.

Stephanie Thieme, Leiterin des Redaktionsstabs der GfdS beim Deutschen Bundestag und des Projekts »Verständliche Gesetze« des Bundesministeriums der Justiz und der GfdS, Deutschland, berichtete zunächst von der praktischen Arbeit, Gesetze verständlicher zu gestalten. Bei der Umsetzung von EU-Richtlinien werde oft versucht, möglichst eng an den Vorgaben zu bleiben, häufig unter Verzicht auf ein tieferes Verständnis der Richtlinien. Eventuelle Probleme, die sich aus der Übersetzung eines Wortes – beispielsweise des englischen Wortes »belief« ins Deutsche mit »Weltanschauung« – ergeben können, fielen unter Umständen lediglich im Vergleich mit anderen Sprachen auf.

Dr. Markus Nussbaumer, Leiter der Sektion Deutsch der Zentralen Sprachdienste der Schweizerischen Bundeskanzlei in Bern, berichtete aus der Perspektive der Schweiz vom zunehmenden Einfluss von EG-Recht auf innerstaatliches Recht, auch in der Schweiz, die aufgrund bilateraler Verträge (sog. bilateraler Weg) oder »freiwillig« (im sog. »autonomen Nachvollzug) sehr viel Gemeinschaftsrecht übernimmt und umsetzt Eigenheiten dieses Rechts wie extrem sektorielle Regelungen, ungestuftes Recht und die Unübersichtlichkeit vieler Rechtsakte würden zu großem Misstrauen in die Rechtssprache und -anwendung führen. Neben einer textuellen Herausforderung stelle der Einfluss von europäischem Recht auch eine Herausforderung im Verfahren dar, wenn die EG immer weniger bereit ist, schweizerische Rechtsakte als äquivalent anzuerkennen, wenn sie strukturell und in den Formulierungen anders gestaltet sind als die EG-Rechtsakte. Der Diskutant plädierte – wie schon Elke Schade – dafür, künftig mehr Mut in der Umsetzung von EG-Richtlinien zu zeigen und früher als bisher Juristen-Linguisten in die Rechtstextformulierung miteinzubeziehen.

Prof. Dr. Rainer Wimmer von der Universität Trier, Deutschland, öffnete seinen Beitrag mit einem Plädoyer für die Mehrsprachigkeit. Die Europäische Union könne vom schweizerischen Verfahren lernen. Er betonte, dass Recht letztlich von Richtern gemacht werde und dass es eine Auseinandersetzung um Begriffe schon immer gab, mit der Europäischen Union diesbezüglich lediglich eine Ausweitung stattfand.
Daran schloss sich eine rege Diskussion mit zahlreichen interessanten Beiträgen aus dem Publikum an, sodass auch in der Sektion II in Anbetracht des sehr großen Interesses nicht nur eines Fachpublikums, sondern auch der breiten Öffentlichkeit ein überaus positives Fazit gezogen werden kann.

Alle Beiträge des Symposions werden in der Zeitschrift Muttersprache in den Heften 2/2009 und 3/2009 veröffentlicht.

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07.09.2010, 16 Uhr, Woronesch
Dr. Stephan Walter, Germersheim
Bildungsfrühling, Bologna-Prozess und Europäischer Referenzrahmen. Aktuelle Lexik und die Möglichkeiten ihrer Übersetzung.

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28.09.2010, 19.30 Uhr, Aachen
Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener, Leipzig
Die Sprache des aktuellen Rechtsextremismus

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Das Symposion wurde veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat und dem Goethe-Institut Brüssel

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Das Symposion wurde gefördert vom Beauftragten der
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