Internationales Symposion
»English only? Was wird aus Deutsch und den anderen europäischen Sprachen?«
Am Freitag, dem 7. November 2008, fanden Referate in zwei parallelen Sektionen statt.
Sektion I: »Europäische Sprachenpolitik«
Die Sektion I beschäftigte sich mit dem Thema »Europäische Sprachenpolitik« und stand unter der Leitung von Prof. Dr. Rudolf Hoberg und Prof. Dr. Madeline Lutjeharms. Damit knüpften die über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sektion direkt an Fragestellungen des Symposions an, indem die Sprachenpolitik von verschiedenen Seiten bzw. aus drei Länderperspektiven (Frankreich, Italien, Belgien) beleuchtet wurde. Die fünf Referate und die fortwährend angeregte Diskussion zeigten die Brisanz dieser Fragestellungen.
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Prof. Dr. Petra Braselmann, Universität Innsbruck; Foto: Frauke Rüdebusch |
Prof. Dr. Petra Braselmann, Universität Innsbruck, Österreich, stellte in ihrem Beitrag die Frage, ob »Französische Sprachpolitik als Vorbild für Europa?« gelten darf. Nach der Vorstellung der Ziele einer modernen französischen Sprachenpolitik, besonders nach der Neuorientierung im Jahre 1996, ging die Referentin – weil dies für Europa produktiv scheint – auf Aktionen besonders in der Prävention zur Sicherung der Präsenz und Verbreitung des Französischen ein: auf nationaler Ebene für wissenschaftliche, wirtschaftliche und technische Diskurse und auf internationaler Ebene als Arbeits- und Informationssprache in internationalen Institutionen, bei Sportveranstaltungen (Olympischen Spielen u. a.) sowie im Internet. Bei allen Bemühungen wird eine Vorbildwirkung nur auf der Basis einer zu schützenden Mehrsprachigkeit möglich sein.
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Prof. Dr. Sandro M. Moraldo, Università di Bologna; Foto: Frauke Rüdebusch |
Prof. Dr. Sandro M. Moraldo, Università di Bologna, Italien, ging in seinem Referat »Europäische Sprachpolitik aus italienischer Sicht« von einer aktuellen Regierungsposition zum vermehrten Angebot des Englischunterrichts aus und fragte mit einiger Besorgnis dementsprechend, was aus den anderen Sprachen wie Französisch und Deutsch in diesem Zusammenhang wird. Oft sei das Bestreben zu beobachten, mit Englisch nur eine Fremdsprache (als Adoptivsprache, »Globish« für »Global English«) in möglichst großer Perfektion zu lernen. In der Diskussion wurden Fragen des Deutschlandbildes und der Motivationen zum Deutschlernen ebenso aufgeworfen wie jene zu staatlichen Voraussetzungen, die für das Fremdsprachenlernen zur Verfügung stehen.
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Prof. Dr. Katja Lochtmann, Vrije Universiteit Brussel/Université Libre de Bruxelles; Foto: Jürgen Eichhoff |
Genau mit diesem Problemkomplex beschäftigte sich aus belgischer Sicht der Vortrag von Prof. Dr. Katja Lochtman, Vrije Universiteit Brussel und Université Libre de Bruxelles, Belgien, »Deutsch als Fremdsprache (DaF) und andere Zielsprachen in Brüssel«. In ihrem Plädoyer für den mehrsprachigen Unterricht verdeutlichte sie, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Einstellungen dem Deutschen gegenüber (»schwer«, »wenig schön«) und dem Lehren bzw. Lernen der Fremdsprache gebe, sondern vieles von den Einstellungen der Lehrkräfte und einer integrativen Sprachlernmotivation abhängt.
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Prof. Dr. Ulrich Busse, Martin-Luther-Universität Halle-Witternberg; Foto: Frauke Rüdebusch |
Prof. Dr. Ulrich Busse, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland, befasste sich mit der Frage »Welche Rolle spielen Anglizismen in europäischen Sprachen?«, indem er auf der Basis eines Wörterbuchvergleichs der Verteilung und dem Grad der Integration der Anglizismen in 16 europäischen Sprachen nachging und damit der gesamten Diskussion eine mögliche theoretische Fundierung lieferte.
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PD Dr. Gottfried Marschall, Université Paris Sorbonne; Foto: Frauke Rüdebusch |
PD Dr. Gottfried Marschall, Université Paris Sorbonne, Paris IV, Frankreich, zeigte zum Thema »Sprache und Sprachen in Frankreich: einige Paradoxe« auf – in sehr anschaulicher, mitunter auch anekdotischer Vortragsweise wurden Beweggründe deutlich, warum Deutsch im Nachbarland in unterschiedlichem Maße gelernt wird. [weiter …]









